Kulturfahrt

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Dr. Meinrad Pizzinini

Kulturfahrt


Spinges bei Mühlbach – Trostburg bei Waidbruck – Kloster Säben



Samstag, 02.06.2018
Abfahrt: 07:30 Uhr OMV-Tankstelle, Zustieg Völs-Ost
Rückkehr: ca. 19:30 Uhr

Fahrtbegleitung: Dr. Meinrad Pizzinini
Anmeldung unter info@kulturkreis-voels.at

Preis: Fahrt inkl. Führung auf der Trostburg
€ 55 Mitglieder / € 60 Nichtmitglieder
Teilnehmerzahl mind. 25 Personen

Es wird besonders darauf hingewiesen, dass der Aufstieg zur Trostburg über einen steilen und großsteinigen Weg führt und ca. eine halbe Stunde dauert. – Der Aufstieg nach Säben, teils über schlechte Straßenstücke, nimmt ungefähr eine Dreiviertelstunde in Anspruch. Gutes Schuhwerk erforderlich; ev. Wanderstöcke.
 
Das „Mädchen von Spinges“, Glasmalerei in der Pfarrkirche, gegen 1900 Dorf Spinges:
Fast 400 Meter über der Talsohle am Eingang ins Pustertal gelegen, ist der Ort durch ein besonderes geschichtliches Ereignis bekannt geworden. Im Rahmen des Ersten sog. Koalitionskrieges waren französische Einheiten von Süden her bis in die Brixner Gegend eingerückt und lagerten zum Teil in Mühlbach und Aicha. Landsturmkompanien aus dem nördlichen Tirol zogen nach Süden und hatten vor, vom Valser Joch herkommend, die Franzosen zu überfallen. Diese hatten vom Heranrücken der Tiroler erfahren und wollten sie gleich schon oben am Berg abfangen. Daraufhin kam es am 2. April 1797 zu einem heftigen und für die Franzosen sehr verlustreichen Gefecht. Zu den bekanntesten Personen dieser Kämpfe gehören der „Volderer Senseler“ und vor allem das „Mädchen von Spinges“, Katharina Lanz. Manches erinnert heute noch an diese legendäre Figur. Der Ort bietet aber noch weitere Sehenswürdigkeiten.

 
Trostburg oberhalb von Waidbruck Trostburg:
Sie liegt oberhalb des Dorfes Waidbruck im unteren Eisacktal und ist über einen steilen mittelalterlichen Pflasterweg, durch einen Laubwald führend, zu erreichen. Um 1370 gelangte die bereits im 12. Jahrhundert gegründete Burg in den Besitz der adeligen Familie Wolkenstein-Trostburg und gehörte ihr bis ins 20. Jahrhundert. Die ursprünglich kleine eng geschlossene Baugruppe wurde im Lauf der Jahrhunderte immer wieder verändert und erweitert, besonders unter Engelhard Dietrich Freiherr von Wolkenstein. Aus der Zeit der Gotik und der Renaissance haben sich zahlreiche Details der qualitätsvollen Ausstattung erhalten wie zB eine gotische Stube mit Kachelofen, zwei ausgemalte spätgotische Säle, die Burgkapelle zum Hl. Antonius dem Abt oder die größte erhaltene Torggl (Weinpresse) Südtirols.
 
Blick auf die Gebäudegruppe am Felsen von Säben
Kloster Säben:
Der isolierte Felsen im mittleren Eisacktal südlich von Brixen, öfters als „Heiliger Berg Tirols“ oder auch als „Akropolis Tirols“ bezeichnet, war bereits in prähistorischer und römischer Zeit besiedelt. Seit dem Ende des 6. Jahrhunderts war Säben Sitz eines Bischofs. Im heutigen Weinberg unterhalb der Gnadenkapelle (Marienkapelle) wurden ab 1976 archäologische Grabungen durchgeführt, wobei man u. a. auf die Grundmauern einer frühchristlichen Kirche stieß. Nach der Verlegung des Bischofssitzes nach Brixen um das Jahr 1000 blieb die Burg in Besitz eines Ministerialengeschlechtes; 1681 wurde sie in ein Kloster für Benediktinerinnen umgewandelt, die es heute noch bewohnen. Die ausgedehnte Gebäudegruppe am steil abfallenden Hügel wird durch eine Ringmauer abgesichert. In der Nähe der Gnadenkapelle liegt die Liebfrauenkirche, ein achteckiger barocker Sakralbau. Die Klosterkirche, an der Stelle des ehemaligen Palas erbaut, enthält eine vorwiegend barocke Ausstattung. Die Heiligkreuzkirche, in der Bischof Ingenuin aus der Frühzeit der Diözese begraben liegt, fasziniert durch ihre Ausstattung. Der nebenliegende sog. Kassiansturm mit einer Kapelle im untersten Geschoß ist Teil des ehemaligen Hochschlosses von Säben.